Teil eines Werkes 
162. Bändchen = Neue Folge, 12. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 6. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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er ſich und ſein Heer in dieſelbe Lage bringe, wie bei Granſon und Murten, ſchäumte er vor Wuth, und vermaß ſich hoch und theuer, daß Nancy vor dem Drei⸗ königstag in ſeinen Händen ſeyn müße. Sein Heer bezog daher eine ſtarke Stellung vor Nancy, die durch ein Flußbett und 50 Kanonen unter Colvins Leitung gedeckt war.) 3

Nachdem der Herzog durch dieſen Plan des Feldzugs ſeinem unbeugſamen Sinne Genüge gethan hatte, ſchien er dem Rath ſeiner Freunde, für die Sicherheit ſeiner Perſon beſorgt zu ſeyn, mehr zu folgen, und erlaubte, daß der Graf Oxford mit ſeinem Sohne und einigen Dienern von erprobter Treue außer der gewöhnlichen Wache in ſeinem Zelte ſchlafen ſollte. Es war drei Tage vor dem Chriſtfeſte, daß der Her⸗ zog ſich vor Naney lagerte, und in derſelben Nacht entſtand ein Lärm, welcher die Beſorgniſſe für ſein Le⸗ ben zu rechtfertigen ſchien. Es war Mitternacht, und im herzoglichen Zelte lagen Alle in tiefem Schlaf, als mit einem Male der Ruf:Verrätherei! ſich ver⸗ nehmen ließ. Der Graf von Oxford zog ſein Schwert, nahm ein auf dem Tiſche brennendes Licht, und ſtürzte in des Herzogs Gemach, der völlig entkleidet war, aber das Schwert in der Hand hielt, und mit dieſem ſo wüthend um ſich hieb, daß der Graf ſelbſt ſich kaum ſeiner Streiche erwehren konnte. Als der Herzog wiee der ruhiger geworden war, und ſich von ſeinen Freun⸗ den umgeben ſah, unterrichtete er ſie zornig, daß die Diener des heimlichen Gerichts, trotz der getroffenen