3 77 Vorſichtsmaßregeln, Mittel gefunden haben, in ſein Zimmer zu kommen, und ihm bei Todesſtrafe zu gebie⸗ ten, in der Nacht des Chriſtfeſts vor der heiligen Behme zu erſcheinen.
Mit Erſtaunen vernahmen die Umſtehenden dieſe Er⸗ zählung, und einige wußten nicht, ob ſie ſie für Wirk⸗ lichkeit anſehen ſollten, oder blos für einen Traum der reizbaren Phantaſie des Herzogs. Allein man fand die Vorladung wie gewöhnlich auf Pergament geſchrieben, mit drei Kreuzen unterzeichnet und mit einem Dolche auf den Nachttiſch angeheftet. Auch war ein Spahn aus dem letzten geſchnitten. Aufmerkſam las Oxford die Ladung; ſie nannte wie gewöhnlich einen Ort, wo ſich der Herzog unbewaffnet und allein einfinden, und von wo aus er vor das Gericht geführt werden ſollte.
„Ich weiß, aus welchem Köcher dieſer Pfeil kömmt,“ ſprach Karl, nachdem er das Pergament einige Zeit be⸗ trachtet hatte. Der entartete Albert von Geierſtein, der abtrünnige Prieſter und Zauberer, hat mir das ge⸗ than. Wir haben gehört, er ſey unter der Rotte von Mördern und Geächteten, die des alten Fiedlers Enkel zuſammengerafft hat. Aber beim heiligen Georg von Burgund! weder die Mönchskappe noch der Helm ſoll ihn nach ſolchem Schimpfe ſicher ſtellen. Der Ritter⸗ würde will ich ihn entſetzen, an dem höchſten Thurme in Nancy ihn aufhängen laſſen, und ſeine Tochter ſoll zwiſchen dem gemeinſten Troßknecht in meinem Heere und dem Kloſter der Büßerinnen wählen⸗“
„Es wäre beſſer,“ ſagte Contay,„Ihr verſchwieget,
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