61 mich zu bezeichnen, erſehe ich, daß er nnſrer früheren Freundſchaft gedenkt. Wie befindet er ſich?“
Die Ritter ſahen einander an, und ſchwiegen.
„Wie ein vom Blitze Getroffener,“ nahm endlich Con⸗ tay das Wort.„Ihr, Herr von d'Argentin könnt den Grafen am beſten von dem Zuſtande nnſeres Herrn unterrichten.“
„Er iſt wie wahnſinnig, ſagte d'Argentin.„Seit der Schlacht bei Granſon hat er, meines Bedünkens, den geſunden Verſtand nicht mehr gezeigt wie früher. Doch war er nach derſelben launiſch, unbillig, und nahm je⸗ den Rath den man ihm gab, unwillig auf, als hätte man ihn dadurch beleidigen wollen; auch rügte er ſtreng jede Unterlaſſung der förmlichen Hofſitte, die er für Geringſchätzung hielt. Jetzt aber iſt eine völlige Ver⸗ änderung mit ihm vorgegangen, und dieſer zweite Schlag ſcheint ihn betäubt, und die heftigſten Leidenſchaften, die der erſte in Thätigkeit ſetzte, unterdrückt zu haben. Er iſt ſtumm, wie ein Karthäuſer, ſucht die Einſam⸗ keit wie ein Klausner, und nimmt an nichts Antheil, am wenigſten an der Heerführung. Auf ſeinen Anzug hielt er viel, wie Ihr wißt, ſo daß er ſogar in ſeiner Nachläßigkeit, die er nicht ſelten darin zeigte, etwas ſuchte. Aber auch darin trefft Ihr ihn jetzt verändert; er läßt ſich die Haare nicht ordnen, die Nägel nicht beſchneiden; er achtet gar nicht ob man Ehrerbietung gegen ihn bezeugt oder nicht, nimmt wenig Nahrung zu ſich, trinkt ſtarke Weine, ohne daß ſie ihn jedoch aufzuregen ſcheinen, und will von Kriegs⸗ und Staats⸗


