Teil eines Werkes 
162. Bändchen = Neue Folge, 12. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 6. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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2 47 nur die Befehle Margarethens und die Intereſſen des Hauſes Lancaſter mich noch im Lager des Herzogs feſt⸗ hielten. Nun iſt das vorüber: meine königliche Gebie⸗ terin bedarf meiner geringen Dienſte nicht mehr. Der Herzog kann unſere Sache nicht unterſtützen, und könnte er's auch, ſo ſteht es nicht mehr in unſerer Macht, die Bedingung zu erfüllen, an welche er das Verſprech en der Hülfsleiſtung geknüpft hat. Mit Margarethe von Anjou ſind die Mittel, ſeine Abſichten auf die Pro⸗ vence zu unterſtützen, zu Grabe gegangen.“

„Was gedenkt Ihr nun weiter zu thun?“ fragte Ar⸗ thur. 8

„Ich will,“ verſetzte Oxford,„am Hofe Reneés's blei⸗ ben, bis ich Nachrichten vom Grafen Richemond erhalte. Zwar weiß ich wohl, daß Verbannte am Hofe eines fremden Fürſten ſelten willkommen ſind, allein ich war ja ein treuer Anhänger ſeiner Tochter, und begehre von ihm weder Unterſtützung, noch Auszeichnung; er wird mir daher, denke ich, die Erlaubniß nicht verweigern, innerhalb ſeines Gebietes zu leben, bis ich weiß, wohin Schickſal oder Pflicht mich rufen.“ „Ihr dürft deſſen verſichert ſeyn,“ ſagte Arthur. „Renè iſt niedriger und unedler Denkart unfähig, und würde, wenn er die kleinlichen Vergnügungen, an de⸗ nen er hängt, ebenſo verachtete, als er Unehre verab⸗ ſcheut, eine ausgezeichnete Stelle unter den Fürſten Europas verdienen.“

Dieſer Abrede gemäß, ſtellte Arthur ſeinen Vater an René's Hofe vox, und unterrichtete den König insge⸗

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