Teil eines Werkes 
162. Bändchen = Neue Folge, 12. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 6. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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41 ten ließ, wenn er merkte, daß er die Zielſcheibe ihres Witzes war. Indeſſen begegnete Sigmund dieſen Abend kein weiteres Unglück, als daß er bei einem gewaltigen Satze mit ſeiner ganzen Schwere auf das niedliche Füß⸗ chen ſeiner Tänzerin trat, und dieſes beinahe zer⸗ quetſchte. 4

Arthur hatte bisher vermieden, nach Margarethe hinzuſehen, urs nicht durch ſeinen Blick ihre Gedanken von der genommenen Richtung abzulenken. Aber es lag etwas ſo Komiſches in den linkiſchen Geberden, womit der unbeholfene Schweizer ſein Bedauern ausdrückte, und in dem Schmerz der erzürnten Schönen, daß er ſich nicht enthalten konnte, einen Blick nach dem Orte zu werfen, wo der Thronſeſſel der Königin ſtand, um zu ſehen, ob ſie das Vorgefallene bemerkt habe. Mar⸗ garethens Haupt war nach vorn herabgeſunken, ihre Augen waren halb geſchloſſen, ihre Züge entſtellt, ihre Hände krampfhaft in einander gedrückt. Der Kammer⸗ frau, die hinter ihr ſtand, einer tauben, kurzſichtigen Matrone, war ihre Stellung nicht aufgefallen, weil die Königin bei Feſtlichkeiten am Hofe gewöhnlich zerſtreut und in Gedanken verloren war. Als aber Arthur be⸗ ſorgt hinter den Seſſel trat, und ſie auf ihre Gebie⸗ terin aufmerkſam machte, rief ſie, nachdem ſie ſie wohl unterſucht hatte:„Gott im Himmel! die Königin iſt todt!«

Es war wirklich ſo; wie ſie ſelbſt vorausgeſagt, war mit dem letzten Schimmer der Hoffnung auch der Le⸗ bensfunke dieſes ſtolzen, ehrgeizigen Gemüthes erloſchen.

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