Teil eines Werkes 
162. Bändchen = Neue Folge, 12. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 6. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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war, daß auf den einfältigen Sigmund der Glanz des Herzogs von Lothringen zurück ſtrahlte; denn dieſer ſtellte anweſenden Damen den tapfern jungen Schwei⸗ zer als Grafen von Geierſtein vor: auch hatte er für ihn einen zu ſeiner Rolle paſſenden Anzug beſorgt.

Eine Zeitlang hat alles Neue einen Reiz, wenn es ſich auch durch nichts ſonſt empfehlen kann. Man kannte die Schweizer wenig, ſprach aber viel von ihnen, und es war eine Empfehlung, von dieſem Lande zu ſeyn. Sigmunds Benehmen hatte etwas Plumpes, es war eine Miſchung von Tölpelei und Rohheit, und dieß galt jetzt für Ungezwungenheit. Er ſprach ſchlecht franzö⸗ ſiſch, und noch ſchlechter italieniſch— dadurch erhielt Alles, was er ſagte, etwas Naives. Seine Beine wa⸗ ren plump und dick, beim Tanzen ſprang und trampelte er wie ein junger Elephant, und doch zog man ihn dem hübſchen gewandten Engländer vor, ſogar die ſchwarz⸗ äugige Gräfin, in deren Gunſt Arthur am Abend zu⸗ vor einige Fortſchritte gemacht hatte.

Doch verſchaffte ihm der Abend eine kleine Rache. Es gibt gewiſſe Kunſtwerke, deren Mangel man erſt entdeckt, wenn ſie in ein zu ſtarkes Licht geſetzt werden, und dieß war auch bei Sigmund der Fall. Die ſcharf⸗ ſichtigen Provencalen entdeckten bald, wie verſtandes⸗ arm und gutmüthig er war, und beluſtigten ſich auf ſeine Koſten durch fein verſteckten Spott. Ihre Scherze würden wahrſcheinlich derber geworden ſeyn, wenn nicht Sigmund ſeine Hellebarde mit in den Tanzſaal gebracht hätte, deren Größe und Schwere nichts Gutes erwar⸗