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der gute König über die ungewohnte Artigkeit ſeiner Tochter nicht weniger erfreut war, als ein Liebender, wenn nach jahrelangem, ſchüchternem Bewerben das eiſige Herz der Geliebten endlich aufthaut. Es wurde der ſtolzen Margarethe nicht leicht dieſe Rolle zu ſpie⸗ len, doch ſah ſie keine andere Wahl, als, nachdem ſie ſchon ſo Vieles für die Möglichkeit einer Unterneh⸗ mung gegen England verſucht hatte, noch den Schwä⸗ chen ihres Baters zu huldigen, um die zum erwünſch⸗ ten Ziele führende Abtretung ſeiner Beſitzungen von ihm auszuwirken.
Zwiſchen dem Mahle und dem darauf folgenden Ball ſuchte die Königin eine Gelegenheit, mit Arthur zu ſprechen.
„Schlimme Neuigkeiten, Herr Rath„*⁴ ſprach ſte zu ihm,„der Karmeliter iſt nach dem Gottesdienſt nicht wieder ins Kloſter zurückgekehrt. Wahrſcheinlich ſchloß er aus der Eile, mit der Ihr zurückgekehrt, man habe Verdacht auf ihn, und verließ das Kloſter.“
„So müſſen die Schritte, die Euer Majeſtät zu thun beſchloſſen haben, beſchleunigt werden,“ erwiederte Arthur.
„Ich will morgen mit meinem Vater reden. Indeſ⸗ ſen nehmt Theil an den Vergnügungen des Abends, denn für Euch ſind ſie das. Euch, Fräulein von Bois⸗ gelin, will ich den Ritter für den Abend beigeſellen.“ Die ſchöne, ſchwarzängige Provencalin verbeugte ſich mit dem geziemenden Anſtande und warf einen Blick der Billigung auf den hübſchen jungen Mann, ſetzte
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