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„»Euer Aeußeres, ſchöner Herr,“ pob René an,„ver⸗ räth, daß Ihr ein Fremdling ſeyd in dieſem Lande Welchen Namen führt Ihr, und welchem Geſchäft dan⸗ ken wir das Vergnügen, Euch an unſerem Hofe zu ſehen 24 8 7 3.
Arthur antwortete nicht ſogleich, und der gute Alte
fuhr, blöder Furchtſamkeit dieß zuſchreibend, in ermu⸗ thigendem Tone fort:„Beſcheidenheit ſteht der Jugend wohl an; Ihr ſeyd wohl ein Neuling in der edeln, heitern Wiſſenſchaft des Geſangs und Saitenſpiels, hieher gelockt durch die günſtige Aufnahme, welche die Jünger dieſer Künſte bei mir finden, in welchen wir, gedankt ſey's der heiligen Jungfrau, nicht unbedeutende Fortſchritte, wie man uns ſagt, gemacht haben.«
»Ich habe keinen Anſpruch an die Ehre, ein Trou⸗ badour zu ſeyn,“ antwortete Arthur.
»„Ich glaub' es Euch,“ verſetzte der König;„denn Eure Sprache klingt normänniſch⸗franzöſtſch, wie es in England und bei andern Völkern geſprochen wird, wo ſich der Geſchmack noch nicht verfeinert hat. Doch Ihr ſeyd vielleicht ein Barde aus dem Lande jenſeits der Alpen. Seyd verſichert, daß wir ihre Leiſtungen nicht verachten, denn mit Vergnügen und zu unſerer Belehrung haben wir manche ihrer kühnen, wilden Romanzen vernommen, die, wenn auch roh in Erfin⸗ dung und Sprache und daher weit unter den zierlichen Dichtungen unſerer Troubadours, doch in ihren kräf⸗ tigen Weiſen etwas haben, das hin und wieder das Herz anregt, wie Trompetenklang.“
Walter Scott's Werke. 1618 Boͤchn. 6


