Teil eines Werkes 
161. Bändchen = Neue Folge, 11. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 5. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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91 1ℳ 69 dn. 1 3 derte mit rührenden Farben ihr trauriges Schickſal, und erzählte, die blinde Wuth des Gatten mit dichteriſchem Feuer verwünſchend, wie die kühnen Ritter des ſüdlichen Frankreichs des Barons Schloß erſtürmt, den Grau⸗ ſamen getödtet, und keinen Stein auf dem andern ge⸗ laſſen haben. Nicht ohne Theilnahme hörte Arthur dieſe tragiſche Geſchichte erzählen, die ihm ſogar einige Thrä⸗ nen entlockte, aber derſelben weiter nachdenkend, trock⸗ nete er ſich die Augen und ſagte, nicht ohne Strenge in ſeinem Ton:„Singt mir keine ſolche Lieder mehr, Thisbaultz ich habe meinen Bater ſagen gehört, nichts ſey geeigneter den chriſtlichen Sinn zu verderben, als dem Laſter das Mitleid zollen, das nur der Tugend gebührt. Der Baron Raimund iſt ein Ungeheuer, aber die Schuld der unglücklichen Liebenden war nicht min⸗ der groß. Indem man ſchlechten Handlungen ſchöne Namen gibt, werden diejenigen, die vor dem nackten Laſter zurückſchauderten, verführt, ſte unter der Larve der Tugend zu üben.“ 12 Dn es 24

»Ich bitte Euch, zu beachten, Signor;“ erwiederte Thiébault,„daß dieſes Lied fuͤr ein Meiſterwerk der froͤhlichen Kunſt gilt. Pfui, Ihr ſeyd noch zu jung, um ein ſo ſtrenger Sittenrichter zu ſeyn. Was wer⸗ det Ihr thun, wenn Ihr einmal graue Haare habt, daehe jetzt ſchon ſo ſtreng ſeyd, wo ſie kaum braun ind?“. and ils biſt 829 „Ein Haupt, das in der Jugend Thorheit anhort, verdient ſelten Achtung im Alter,“ entgeg nete Arthur.

»Ich will nicht daruͤber mit Euch ſtreiten, Sig⸗