68 Normandie und der angränzenden Provinzen Frankreichs mit deren Liedern und Erzählungen Arthur, wie die meiſten edlen Jünglinge ſeines Landes, durch die zahl⸗ reichen Ueberſetzungen ihrer Werke völlig bekannt war. Thiébault waynſtolz darauf, daß ſein Größdater, zwar niedrig von Geburt, aber ausgezeichnet durch Geiſtes⸗ gaben zu dieſen begeiſterten Sängern gehört hatte, de⸗ ren onmauf die Sitten ihrer Zeit und ihres Landes ſo großen Einfluß übten. Dabei war jedoch zu bedau⸗ ern, daß die Dichtungen der Troubadonrs, indem ſie einen ſchwärmeriſchen Geiſt der Galanterie als die erſte Pflicht des Lebens einſchärften, nur zu oft dazu dien⸗ ten, das Herz zu verweichlichen und zu verführen.
Auf das Letztere wurde Arthurs Aufmerkſambeit durch ein Lied hingeleitet, das Thiébault ſang, und das einen Troubadour, Wilhelm Gabeſtaing, zum Gegenſtand hatte der eine ſchöne Edelfrau, Margarethe, die Gemahlin des Baron Raimund von Rouſſillon, liebte. Der ei⸗ ferſüchtige Gatte erhielt Beweiſe ſeiner Schande, und nachdem er Gabeſtaing ermordet, rieß er ihm das Herz aus, ließ es zu bereiten, ſeiner Gemahlin auf⸗ tragen, und ſagte ihr nachher, was ſie gegeſſen. Sie erwiederte, da ſie ſo koſtbare Speiſe zu ſich genommen, ſo ſolle keine gröbere Nahrung mehr über ihre Lippen kommen, beharrte auf ihrem Entſchluſſe, und ſtarb ſo den Hungertod. Der Troubadour, der dieſe tragiſche Geſchichte verherrlichte, hatte in ſeiner Dichtung viele Kunſt entfaltet, gleitete über die Verirrung der Lieben⸗
den, als über ein unabwendbares Geſchick, weg, ſchil⸗


