35 3 „herrſchte, einen glühenden Geiſt der Freiheit wehte, nur war der Fehler dabei der, daß die Vorrechte, für welche die angeſehenen Vaſallen ſtritten, ſich nicht auf die untern Stände erſtreckten, und denen keinen Schutz gewährten, die deſſelben am meiſten bedurften. Die zwei erſten Stände, Adel und Geiſtlichkeit, genoſſen hohe, wichtige Vorrechte, und ſelbſt der dritte, die „Bürger, hatten das beſondere Recht, daß keine neuen „Steuern und ſonſtige Auflagen ausgeſchrieben werden durften, außer nach zuvor geſchehener Einwilligung von ihrer Seite. 17z Noch war den Burgundern das Andenken an den „ Herzog Philipp heilig; denn zwanzig Jahre lang hatte dieſer weiſe Fürſt ſeinen Rang unter den Herrſchern Europas mit Würde behauptet, und einen anſehnlichen Schatz geſammelt, ohne die Einkünfte zu erhöhen, die er von ſeinen wohlhabenden Unterthanen bezog. Die kühnen Entwürfe und übermäßigen Ausgaben Karls aber hatten bei den Ständen bereits Unzufriedenheit erregt, und das gute Vernehmen zwiſchen dem Fürſten und ſeinen Unterthanen begann bereits Argwohn und Mißtrauen auf der einen, und übermüthiger Gering⸗ ſchätzung auf der andern Seite Platz zu machen. Die Stände waren in der letzten Zeit noch ſchwieriger ge⸗ worden, denn ſie hatten mehrere Kriege mißbilligt, die der Herzog ohne Noth angefangen; und die zahlreichen Werbungen von Miethtruppen ließen fürchten, er möchte zuletzt die von ſeinen Unterthanen bewilligten Summen „v 5*
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161. Bändchen = Neue Folge, 11. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 5. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
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