Teil eines Werkes 
161. Bändchen = Neue Folge, 11. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 5. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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136 zu ungebührlicher Ausdehnung ſeiner Herrſcherrechte und zu Vernichtung der Gerechtſame und Freiheiten des Volks mißbrauchen. mnein i ne

Auf der andern Seite jedoch⸗ habke das beſtändige Gelingen der gewagteſten, ſchwierigſten Unternehmungen dem Herzog Achtung vor ſeinem offenen, freimüthigen Charakter erworben, und Furcht vor ſeinem beharrli⸗ chen Sinne erzeugt, der ſelten Vorſtellungen anhöpte, und nie Widerſpruch duldete. Man hatte vorausgeſe⸗ hen, daß ſich unter den Ständen dießmal ein ſtarker Widerſpruch gegen die von dem Herzog vorgeſchlagene neue Beſteurung erheben würde, und dem Ergebniß ihrer Berathung ſahen daher die Räthe Kals mit großer Unruhe, er ſelbſt mit Ungeduld enkgegen.

Nach Verfluß von ungefähr 10 Minuten trat der Kanzler von Burgund, der Erz⸗Biſchof von Vienne und ein Prälat von hohem Rang war, mit ſeinem Ge⸗ folge in den Saal. An dem herzoglichen Throne blieb er ſtehen, und bat ſeinen Gebieter in geheimer⸗ Audienz die Antwort ſeiner Stände zu vernehmen, wöbei er/ ihm zu verſtehen gab, daß dieſelbe Prleueßt hach ſei⸗ nem Wunſche ausgefallen ſey.

„Beim heiligen Georg von Burgund, Herr Erz⸗Bi⸗ ſchof,“ entgegnete der Herzog laut mit ſtrengem Tone, „wir ſind kein Fürſt von ſo niedrigem Sinne, daß wir

die finſteren Blicke einer unzufriedenen Parthei fürchten ſollten. Wenn die Stände von Burgund ſchnöden,

pflichtvergeſſenen Beſcheid auf unſere väterliche Botſchaft geben, ſo ſoll er vor verſammeltem Hofe ausgeſprochen