ſeiner Zeit, Herr Maire. Laßt uns zuerſt vernehmen, was die Staͤnde von Burgund uns zu ſagen haben,
dann wollen wir auch die Bürger von Dijon an⸗
hoͤren.“ Der Maire ſtand auf, und trat mit dem Becher
Zuruͤck, nicht wenig erſtaunt und betroffen, daß deſ⸗
ſen Inhalt ihm nicht ſogleich williges Gehoͤr ver⸗ ſchafft hatte.
„Ich erwartete,“ ſprach Karl weiter,„um dieſe Stunde hier die Staͤnde unſeres Herzogthums oder eine Abordnung von ihnen mit einer Antwort auf die Botſchaft zu finden, die wir ihnen vor drei Ta⸗ gen durch unſern Kanzler zugeſendet. Iſt Niemand von ihnen anweſend?“ 4
Der Maire erwiederte endlich, weil Niemand ant⸗ wortete:„Die Staͤnde⸗Mitglieder halten ſchon den ganzen Morgen geheime Berathung, und werden ohne Zweifel Seiner Hoheit ſogleich aufwarten, ſo⸗ bald ſie vernehmen, daß der Herzog die Stadt mit ſeiner Gegenwart beehrt habe.“
„Geht,“ rief der Herzog dem Herold des goldnen Vließordens zu,„und meldet den Herren, daß wir das Ergebniß ihrer Berathung zu wiſſen wuͤnſchen, und ſie uns nicht lange warten laſſen ſollen. Sprecht deutlich mit ihnen oder Ihr habt es mit mir zu thun.“.
Waͤhrend der Herold ſich ſeines Auftrags entledigt, erinnern wir unſere Leſer, daß im Mittelalter die Verfaſſung aller Laͤnder Europas, wo das Lehenweſen


