14 ſein Herz und ſeine Hand ſeyen zu jeglicher ſchwarzen That fähig, die ſich erdenken und ausführen läßt. Es
iſt etwas Peinliches, Herr Graf, für einen ehrlichen Mann, wie ich bin, in einem Heere zu dienen, wo ſolche Schurken den Oberbefehl haben. Aber was kann ich machen, wenn ich nicht von Neuem Gelegenheit
finde, im Vaterland das Waffenhandwerk zu treiben?
Doch hoff' ich immer noch, es werde dem gütigen Him⸗ mel gefallen, in unſerem lieben England die Bürger⸗ kriege wieder anzufachen, wo man in ehrlichem Kampfe
focht, und nichts von Verrath hörte.
Orford gab ſeinem Wirth zu verſtehen, daß ſein frommer Wunſch, als Kriegsmann im Vaterland zu leben und zu ſterben, bald in Erfüllung gehen könnte.
Indeſſen bäte er ihn, daß er ihm des andern Tages
frühe einen Paß und ſicheres Geleite für ſeinen Sohn
beſorgen möchte, den er in Eile nach Nancy zum König
René verſenden müſſe. „»Wie?“ entgegnete Colvin,„will der junge Graf ſich zum Meiſter machen laſſen am Hofe der Liebe? Denn auſſer Minne und Sang wird nichts getrieben in König René's Hauptſtadt.* 19 „Es gelüſtet ihn darnach nicht,“ verſetzte Oxford,
„aber die Königin Margarethe iſt am Hofe ihres Va⸗
ters, und es ziemt dem Jungen, daß er ihr die Hand küſſe.. 1 r.. iut
„Ich verſtehe,“ ſagte der Kriegsmann,„der Winter
iſt zwar vor der Thür', doch deuk' ich, die rothe Roſe
ſoll mit dem Frühling blühen.“


