8 „und als Zeichen davon mag es Euch dienen, daß wir ſo lange Eure Vertheidigung der Elenden angehört, die wir dem Galgen, den ſie verdient, entziehen ſollen, weil ſie die Reiſekumpanen des Grafen von Oxford ge⸗ weſen!“
„Nein, Herr Herzog; ich bitte blos deßwegen um ihr Leben, weil ſie in friedlicher Abſicht kommen, und wenigſtens die Häupter derſelben, keinen Theil an dem Verbrechen haben, das Ihr ihnen zur Laſt legt.“
In großer Bewegung maß Karl mit ungleichen Schritten das Zimmer; ſeine dichten Braunen verdeck⸗ ten beinahe die Augen, er hatte die Hände geballt, ſeine Zähne knirſchten. Endlich ſchien er zu einem Entſchluſſe gekemmen zu ſeyn, und läutete mit einem ſilbernen Glöckchen, das auf dem Tiſche ſtand.
„Contay,“ fragte er den eintretenden Kämmerling, „ſind die Schweizer ſchon hingerichtet?“
„Nein, Euer Hoheit, aber der Henker wartet nur, bis der Prieſter ihre Beichte gehört hat.«
„Sie ſollen am Leben bleiben; wir wollen morgen hören, was ſie zur Vertheidigung ihres Benehmens
Contay verbeugte ſich und ging, worauf der Herzog ſich wieder mit ruhigem Blick zum Grafen wandte, und mit einer unbeſchreiblichen Miſchung von Stolz, Vertraulichkeit und ſelbſt Güte fortfuhr:„Wir ſind
und überdieß deren ſechs für eines; ich achte daher nicht mehr darauf, wenn Ihr wieder davon anhebt,


