92 Sehe ich nur das Haus Lancaſter ſiegen, und Rache nehmen an York, ſo will ich zufrieden ſterben.“
„Ihr genehmigt es alſo, daß ich dem Herzog von Burgund die in Eurem letzten Briefe enthaltenen Vor⸗ ſchläge mache, um ihn für unſere Sache zu gewinnen? Hört er von dem beabſichtigten Waffenſtillſtand zwiſchen Frankreich und England, ſo wird ihm dieß ein ſchärferer Sporn ſeyn, als Alles, was ich zu ſagen habe.“
„»Verſprecht ihm dennoch Alles,« verſetzte die Köni⸗ gin,„ich kenne ihn von Grund aus, er hat keinen an⸗ dern Zweck, als ſeine Herrſchaft nach allen Richtungen auszudehnen. Darum hat er ſich Gelderns bemächtigt, darum beſetzt er Lothringen, und darum beneidet er meinen Vater um ſein geringes Beſitzthum in der Pro⸗ vence. Nach einer ſolchen Gebietsvermehrung gedenkt er den Herzogshut mit einer Königskrone zu vertau⸗ ſchen. Sagt ihm, Margaretha könne ihn dabei unter⸗ ſtützen, ſagt ihm, mein Vater wolle die gegen die Be⸗ ſetzung Lothringens gethane Einſprache nicht annehmen, und mit meiner ganzen Zuſtimmung Karl als Erbe der Provence anerkennen. Sagt ihm, der Greis wolle ihm ſeine Beſitzungen an dem Tag abtreten, wo das fland⸗ riſche Heer ſich nach England einſchiffe, wenn er ihm nur ſo viel Einkünfte übrig läßt, daß er eine Truppe Harfenſpieler und Tänzer halten kann: René kennt keine weitern Bedürfniſſe mehr auf der Welt. Der Meinigen ſind noch wenigere: Rache an dem Hauſe York und baldiger Tod. Für das Geld, deſſen wir


