Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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tiefen Eindruck auf ſein Herz machten. Eben fingen die Glocken des Domes zu läuten an, und erinnerten Philipſon an die Pflicht, die Meſſe zu hören; ſein Sohn begleitete ihn. Als ſie an die Domkirche kamen, ſahen ſie ſich den Weg, wie dieß in katholiſchen Ländern gewöhnlich der Fall iſt, durch eine Menge Bettler beiderlei Geſchlechts verſpexrt, die ſich an dem Portale verſammelt hatten, um den Gläubigen Gelegenheit zu geben, Barmherzigkeit zu üben. Ein große Frau, die auf der letzten Stufe nahe am Eingange ſtand, ſtreckte gegen Philipſon die Hand aus, und dieſer reichte ihr wegen ihres auffallenden Aeußern, ſtatt, wie den Ueb⸗ rigen eine Kupfermünze, ein Silberſtück. 2

„Ein Wunder,“ ſagte jene auf engliſch, aber ſo, daß nur er es hören ſollte, wiewohl auch Arthur ihre Worte verſtand,„ja, ein Wunder iſts, daß ein Engländer noch ein Silberſtück beſitzt, und es dem Armen geben kann.“

Arthur bemerkte, daß ſein Vater bei dem Ton dieſer Stimme zuſammenfuhr, und auch ihm ſchienen dieſe Worte keine gewöhnliche Bettlerin zu verrathen. In⸗ deſſen trat ſein Vater, nachdem er einen Blick auf die Frau geworfen, in die Kirche, und ſeine Aufmerkſamkeit wendete ſich bald der Meſſe zu, die ein Geiſtlicher in der dem heiligen Georg geweihten Kapelle in einem Flügel des weitläufigen Gebäudes las. Nach Beendi⸗ gung derſelben entfernten ſich die Meiſten wieder, um in einer andern Kapelle zu beten oder ihren Geſchäften nachzugehen, die große Frau dagegen blieb vor dem Altare auf den Knieen liegen, und zu ſeinem Erſtaunen