76 ſein gewöhnlicher ruhiger Gleichmuth wich dem Drange des natürlichen Gefühles,„Du biſt mir zu jeder Zeit willkommen, doppelt aber in einem Augenblicke der Unruhe und Gefahr und noch mehr in einem Zeitpunkte, wo ſich unſer Schickſal entſcheiden muß: in einigen Stunden erfahre ich, was wir von dem Herzog von Burgund zu gewarten haben. Haſt Du den Schmuck?« Arthur zog das Paket aus dem Buſen und ſagte: v»es iſt, ſeit Ihr es nicht mehr geſehen, mit mir in große Gefahr gekommen. Die vorige Nacht wurde ich gaſtlich in einem Schloſſe aufgenommen und dieſen Morgen empörte ſich in der Nachbarſchaft ein Haufen Lanzknechte, weil ſie ihren Sold nicht erhielten. Die Bewohner des Schloſſes nahmen die Flucht, und wie wir bei Tagesanbruch an den Meuterern vorüber ka⸗ men, ſchoß einer derſelben mein Pferd nieder und ich mußte dafür den ſchweren Flamänder hier nehmen.“ »Unſer Weg iſt ſehr gefahrvoll,« erwiederte Philip⸗ ſon,„und auch ich bin in einer Herberge, wo ich die vorige Nacht zubrachte, in große Noth gekommen, je⸗ doch wurde mir kein Leid angethan. Von hier aus gehe ich unter ſicherem Geleite ins Lager des Herzogs bei Dijon und hoffe dieſen Abend bei ihm Audienz zu erhalten. Schlägt unſere letzte Hoffnung fehl, ſo be⸗ geben wir uns nach Marſeille, ſchiffen uns dort nach Candia oder Rhodus ein„und weihen unſer Leben der Vertheidigung unſeres Glaubens, weil wir nicht mehr für England ſtreiten können.“ Stumm vernahm Arthur dieſe Worte, die einen
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160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
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