78 bemerkte Arthur, daß ſein Vater, die Blicke auf jene geheftet, deren Geſicht ein großer Schleier verhüllte, das Gleiche that. Er könnte ſich durchaus keinen Grund denken, der ſeinen Vater dazu beſtimmen möchte; nur das wußte er, daß das Mißtrauen in Frankreich, Italien und Flandern ſo groß war, daß die mit wich⸗ tigen Sendungen Beauftragten ſich in mancher lei Ver⸗ kleidungen in die Länder einſchleichen mußten, wo ihre Dienſte nöthig waren. Jusbeſondere war Ludwig der Eilfte dafür bekaunt, daß er ſeine geheimen Abgeſandten unter der Maske von Bettelmönchen, Minneſängern,
Zigeunern und dergleichen zu verſtecken pffegte⸗
Arthur hielt es daher für nicht unwahrſcheinlich, daß dieſe Frau, wie ſein Vater und er, etwas mehr wäre, als ihre Kleidung vermuthen ließe, und beſchloß, das Benehmen ſeines Vaters genau zu beobachten, um das ſeinige darnach einzurichten. Endlich verkündigte eine Grocke, daß an dem Hauptaltare Hochamt gehalten wer⸗ den ſollte, und die Uebrigen, die noch in der Kapelle geblieben waren, entfernten ſich alle, bis auf die beiden Philipſons und die Frau, die immer noch auf den Knieen lag. Endlich erhob ſie ſich und ging auf Philipſon zu, der die Arme über die Buuſt gekreuzt und mit geſenk⸗ tem Haupte, in einer demüthigen, ehrerbietigen Stim⸗ mung, wie ſie ſein Sohn ihn noch nie hatte annehmen ſehen, zu erwarten ſchien, was ſie ihm zu ſagen habe.
Bier Lampen, vor dem Schrein des Heiligen brennend, warfen einen düſteren Schein auf ſeine Rüſtung und ſein Pferd, von dem herab er mit der Lanze den niederge⸗


