Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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Anna trat in Reiſekleidern ein. Annette wollte das⸗ Zimmer verlaſſen, ihre Gebieterin befahl ihr aber be⸗ ſtimmt, zu bleiben.„Ich bin überzengt,“ fuhr ſie fort, „Ihr, Signor Philipſon, werdet es mir nicht ungün⸗ ſtig auslegen, daß ich Euch auf meinem Schloſſe behiekt und Euch erlaubte, mich auf dem gefährlichen Wege nach Straßburg zu begleiten. Am Thore der Stadt trennen wir uns; mit dieſem Augenblicke hört jeder Verkehr zwiſchen uns auf, und wir dürfen alsdann nur an einander denken, wie an einen Freund, den uns der Tod geraubt.“

„Es gibt Erinnerungen,“ ſagte Arthur im Tone der Leidenſchaft,„die unſerem Herzen theurer ſind, als der Gedanke an die Entſchlafenen.“

„Kein Woͤrt mehr in dieſem Toue,“ fuhr das Fräu⸗ lein fort.„Jede Täuſchung muß mit der Nacht auf⸗ hören, und mit dem Morgen die Vernunft erwachen. Noch ein Wort: ſprecht auf dem Wege nicht mit mir, Ihr könntet mich dadurch unangenehmen Vermuthungen blosſtellen, und Euch ſelbſt in Gefahr bringen. Lebt. wohl, unſer Geleite iſt zum Aufbruch gerüſtet.«

Sie verließ das Zimmer, wo Arthur tiefem Schmerze⸗ hingegeben blieb. Die Geduld, er konnte ſagen, die Güte, womit Anna am Abend zuvor das Geſtändniß ſeiner Liebe angehört hatte, ließen ihn die Zurückhal⸗ tung nicht erwarten, die ſie jetzt gegen ihn zeigte. Er warf einen ſchmerzlichen Blick auf Anunetten, die noch im Zimmer geblieben war, fand aber keinen Troſt in

5. ⸗ „