64 „Weil ich glaube, wir werden dort Euern Vater, den edeln Grafen Albert von Geierſtein finden.“
„Gut,“ verſetzte das Fräulein.„Ihr, Signor Phi⸗ lipſon, habt, meine ich, davon geſprochen, daß Ihr auch nach Straßburg geht; wenn es Euch genehm iſt, ſo könnt Ihr unter dem Schutze meines Geleites dort⸗ hin gelangen.“
Freudig nahm Arthur dieſes Erbieten an, durch das er Gelegenheit erhielt, länger in Anna's Geſellſchaft zu ſeyn, und ihr vielleicht, wie ihm ſeine lebhafte Ein⸗ bildungskraft vorſpiegelte, auf dem gefährlichen Wege einen wichtigen Dienſt zu leiſten. Schreckenwald wollte Gegenvorſtellungen machen, Anna unterbrach ihn aber mit den Worten:„Nehmt Ench Zeit zum Verſchnau⸗ fen, Schreckenwald, damit Ihr Euch deutlicher und mehr mit dem geziemenden Reſpekte ausdrücken könnt.“
Der Uebermüthige brummte einen Fluch in den Bart, und erwiederte mit gezwungener Höflichkeit:„Erlaubt mir, Euch bemerklich zu machen, daß wir bei unſerer Lage nur für Euch beſorgt ſeyn können. Wir werden Wenige genug ſeyn Euch zu vertheigen, und ich kann nicht zugeben, daß ein Fremder mit uns reiſe.“
„Wenn ich glaubte,“ entgeanete Arthur,„daß das Fräulein durch meine Gegenwart gefährdet werden könnte, ſo vermöchte mich nichts auf der Welt, ihr ver⸗ bindliches Erbieten anzunehmen, aber ich bin weder ein Weib, noch ein Kind, ſondern ein vollkräftiger Mann, und bereit Eure Gebieterin zu ſchützen, wie ich's vermag.


