Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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„Woher doch dieſe Veraͤnderung? fragte ſie ſich, als Arthur mit tiefer Verbeugung dem Fraͤulein die Hand reichte, um ſie in's Speiſezimmer zu fuͤhren; „ſie waren doch auf dem Geierſtein wie andere Bur⸗ ſche und Maͤdchen, nur daß Anna weit ſchoͤner war, und nun ſchreiten ſie ſo abgemeſſen einher, und be⸗ handeln einander mit ſo vielen Umſtaͤnden, als waͤre er der Landammann von unterwalden und ſie die erſte Dame von Bern. Das mag Alles recht ſchoͤn ſeyn, aber ſo macht es mein Ludwig nicht, wenn wir koſen.“

Waͤhrend das Fraͤulein es für noͤthig hielt, den ſtrengſten Anſtand zu beobachten, um Arthurs Auf⸗ nahme bei ſich zu rechtfertigen, ſuchte er durch ehrer⸗ bietiges Benehmen zu zeigen, daß er unfaͤhig ſey, die Guͤte zu mißbrauchen, mit der ſie ihn behandelte. Sie ſetzten ſich ſo weit von einander, als nur immer die ſtrengſte Tugend fordern konnte. Wilhelm be⸗ diente ſie flink und gewandt, und Annette, die ſo gut, als ſie konnte, nachzuahmen ſuchte, was ſie jene thun ſah, benahm ſich, wie man es von dem Kam⸗ mermaͤdchen einer Baronin erwarten konnte; doch machte ſie einige Mißgriffe, weil ſie ſich mehreremale vergaß, und ſelbſt aufſtehen wollte, um zu holen, was ſie doch nur zu verlangen brauchte. Ihre Un⸗ achtſamkeit hatte indeſſen eine gute Wirkung, indem ſie den beiden Andern Stoff zur Unterhaltung gab, und ihre Verlegenheit minderte.

Annette bemerkte es bald, daß ſie von jenen belacht

Walter Scott's Werke. 1608 Boͤchen. 4

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