40 zerſägte ich das Bret, daß er mit ſeinem falſchen Her⸗ zen in die Tiefe ſtürzte.“
*F Während ſie alſo ſprach, flammten ihre Augen, und mit Widerſtreben hörte ſie auf Anna, die den ungün⸗ ſtigen Eindruck ihrer letzten Worte wieder zu verwi⸗ ſchen ſuchte.
„Bei meiner Seele,“ ſagte ſie,„Du thuſt Arthur ſchreiendes Unrecht durch ſolchen Argwohn. Sein Be⸗ nehmen gegen mich war immer offen und redlich, er zeigte ſich wie ein Freund gegen die Freundin, ein Bru⸗ der gegen die Schweſter; in Allem was er that und ſprach hätte er nicht mehr Achtung, Zuneigung und Biederkeit beweiſen können. Bei unſerem häufigen Zu⸗ ſammenſeyn ſchien er mich gerne zu ſehen und mir gut
zu ſeyn! wäre ich geneigt geweſen, und ich war es manchmal vielleicht nur zu ſehr, ihn geduldig anzuhö⸗ ren, vielleicht......„ Sie legte hier die Hand über ihre Augen, aber Thränen träufelten durch ihre zarten Finger,—„aber er hat nie von Liebe zu mir geſprochen, und wenn er wirklich ſolche hegt, ſo hat ihn ein unüber⸗ ſteigliches Hinderniß abgehalten, ſie mir zu geſtehen.“
„Ein Hinderniß?« fragte Annette,„ja freilich, knä⸗
biſche Schüchternheit, einfältige Vorſtellungen von Eu⸗ rer hohen Geburt, zu weit getriebene Beſcheidenheit, die ihm die leichte Eisdecke von einem Frühlingsfroſt als undurchdringlich erſcheinen läßt. Einige ermuthi⸗ gende Worte genügen, dieſen falſchen Glauben zu ent⸗ fernen, und dieſe Mühe will ich übernehmen, um Euch liebes Fräulein, das Rothwerden zu erſparen.“


