22 öffentlich zu ſeyn, in Haß und Rache aus. Ein Ver⸗ fahren, von dem Eure eigenen Rechtsgelehrten geſagt haben: 3
„Non socer a genero, non hospes ab hospite tutus,“ iſt zu ſehr gegen die Geſetze der Natur, als daß es ſich mit der Religion vereinigen ließe.“
Kaum hatte er dieſe Worte geſprochen, ſo erhob ſich unter den Richtern ein Gemurmelz per läſtert die heilige Vehme,“ hieß es,„ſein Mund verſtumme auf ewig,“
„Höret mich,“ fuhr der Engländer fort,„wie Ihr
ſelbſt einſt gehört zu werden wünſchen werdet; ich habe
geſagt, daß dieß meine Anſicht war, ſie iſt es noch, und ich werde ſie behaupten, ſelbſt wenn die Spitze dieſes Schwertes mir auf die Bruſt geſetzt und der Strick mir um den Hals gelegt würde. Daß ich aber in einem Lande, wo die Vehme als Nationalgericht eingeführt iſt, gegen ſie geſprochen habe, läugne ich förmlich, und ebenſo, daß ich zu dem Herzog von Bur⸗ gund reiſen wolle, um eine Verſchwörung zu Aufhe⸗ bung dieſes Gerichts einzuleiten; ich habe nie etwas
der Art geſagt, nicht einmal daran gedacht.“
„Ankläger,“ fuhr der Stuhlherr fort,„Du haſt den Beklagten gehört, was antworteſt Du?“
Er hat den erſten Theil der Anklage zugeſtanden, ſeine gottloſe Zunge hat unſer herliges Gericht gelä⸗ ſtert, wofür er verdient, daß ſie ihm ausgeriſſen werde. Die Wahrheit der weitern Anklage will ich nach un⸗ ſern Gebräuchen und Geſetzen durch einen Schwur be⸗ weiſen.“


