Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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101 ſon ſein Pferd und das Saumthier dem bezeichneten Stalle zu, und ſah zu ſeiner Freude ein ſchwaches Licht durch die Thuͤrſpalten fallen. Er trat in ei⸗ nen gewoͤlbten Gang, wo man Krippen und Raufen angebracht hatte; er war ziemlich lang, und am an⸗ dern Ende deſſelben ſah er einige Leute beſchaͤftigt, ihre Pferde anzubinden, ſie zu ſtriegeln, und ihnen ihr Futter zu geben, das der Stallknecht reichte. Dieß war ein lahmer Alter, der weder Striegel noch Yeitſche anruͤhrte; er wog ſitzend das Heu dem Frem⸗ den zu, und maß den Haber ſo genau, daß er jedes Körnchen zu zaͤhlen ſchien. Bei dem Geraͤuſch, das der Englaͤnder mit ſeinen Thieren machte, ſah er ſich . Uicht einmal um, und ſchien noch weniger aufgelegt,

dem Fremden beizuſtehen.

Hin ſichtlich der Reinlichkeit hatte der Stall große Aehnlichkeit mit dem des Augias, deſſen ungeachtet aber theilten die Thiere des Englaͤnders keineswegs den Eckel ihres Herrn, ſondern liefen zwei leeren Plaͤtzen zu, eines von ihnen aber war kaum an dem ſeinigen angelangt, als ein Stalljunge ihm mit einer Reitgerte uͤber den Kopf ſchlug, mit den Worten: Ich will Dich lehren, von einem Platz wegzubleiben, der fuͤr dus Pferd des Barons von Randelsheim aufbehalten iſt.

Der Englaͤnder hatte alle Muͤhe, in dieſem Augen⸗ blicke die Herrſchaft uber ſich ſelbſt nicht zu verlie⸗ ren, doch bedachte er, wie ſchmaͤhlich es fuͤr ihn waͤre, mit einem ſolchen Menſchen, und wegen einer ſol⸗