Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
Einzelbild herunterladen

100 Elſaß, wohin der freundliche Leſer uns begleitet hat, haͤtte man einen Reiſenden fuͤr einen Weichling ge⸗ halten, der mehr verlangt hätte, als was unumgaͤng⸗ lich nothwendig war.

Als Philipſon ſah, daß Niemand vor die Thuͤre kam, fing er an, laut zu rufen, ſtieg endlich ab, und pochte aus Leibeskraͤften an die Thuͤre, ohne daß man im Mindeſten darauf geachtet haͤtte. Nach langem Warten zeigte ſich der Graukopf eines alten Dieners an einem Fenſterchen, und fragte ihn, was er wolle, aber in einem Tone, der mehr Unzufriedenheit uͤber die Stoͤrung, als Freude uͤber die Ankunft eines Gaſtes zu verrathen ſchien, woraus Vortheil zu zie⸗ hen waͤre.

Iſt dieſes Haus eine Herberge? fragte Philipſon.

Ja, antwortete jener, kurz abbrechend, und wollte ſich vom Fenſter entfernen, als Philipſon weiter fragte, ob er hier ein Nachtlager finden koͤnne.

Kommt herauf. erwiederte jener trocken.

Schickt Jemand herab, der mein Pferd beſorgt,« kuhr Philipſon fort.

Dazu hat Niemand Zeit, entgegnete der Alte, ſorgt ſelbſt dafuͤr, ſo gut Ihr koͤnnt.

Wo iſt der Stall? fragte der Englaͤnder weiter, deſſen Geduld zu ſchwinden anfing.

Der Wortkarge zeigte mit dem Finger auf ein Ge⸗ baͤude, das man eher fuͤr einen Keller als einen Stall haͤtte halten koͤnnen, und ſchloß dann das Fenſter. Aus der Noth eine Tugend machend, fuͤhrte Philip⸗