Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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24 gleitete ihn Jemand. Beim Fackelſchein ſah Arthur das weiße Kleid einer Frau und eine Geſtalt und Zuͤ⸗ ge, die ihm unvergeßlich waren, und ihm hier hoͤchſt unerwartet erſchienen. Sein Erſtaunen war ſo groß, daß er ſeine gefaͤhrliche Lage daruͤber vergaß. Iſt ſol⸗ ches denn moͤglich, fragte er ſich ſelbſt, beſitzt ſie wirk⸗ lich die Macht eines Elementargeiſtes, hat ſie dieſen ſchwarzen Daͤmon aus den Tiefen der Erde beſchwo⸗ ren, daß er ihr zu einer Befreiung behuͤlflich ſey? Seine Vermuthung ſchien ſich zu verwirklichen, denn der im ſchwarzen Kleide gab Annen, oder wenigſtens dem Weſen, das ihr voͤllig glich, die Fackel, beugte ſich uͤber den Gefangenen, und zerſchnitt ſeine Bande mit ſolcher Geſchwindigkeit, daß ſte abzufallen ſchienen, ſobald er ſie beruͤhrt hatte. Der erſte Verſuch Arthurs, ſich zu erheben, mißkang, beim zweiten unterſtuͤtzte ihn Anna's Hand, und dieſe Veruͤhrung wirkte maͤchtig auf ihn, denn in ſein Herz kehrte der Muth, Leben und Kraft in ſeine erſtarrten Glieder zuruͤck. Er wollte ihr ſeinen innigſten Dank bezengen, aber das Wort erſtarb ihm auf den Lippen, als der Raͤthſelhafte den Finger auf den Mund legte, zum Zeichen, daß er ſchweigen ſollte, und ihm zugleich bedeutete, ihr zu folgen. In ſtummem Erſtaunen gehorchte er. Nach⸗ dem ſie den Kerker verlaſſen hatten, kamen ſie durch mehrere verwickelte Gaͤnge, die theils in den Felſen gehauen, theils von großen Steinen aufgefuͤhrt wa⸗ ren, und warſcheinlich zu andern aͤhnlichen Gefaͤng⸗ niſſen fuͤhrten.