Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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Der Gedanke, daß ſein Vater in einem ebenſo ſchauerlichen Kerker ſchmachten koͤnnte, wie der ſeinige geweſen war, hieß Arthur ſtehen bleiben, als ſie un⸗ ten an einer Wendeltreppe anlangten.

Theuerſte Anna, fluͤſterte er leiſe,helft mir meinen Vater befreien, ich kann ihn hier nicht zu⸗ ruͤcklaſſen.

Sie ſchuͤttelte mit der Miene der Ungeduld den Kopf, und winkte ihm, weiter zu gehen.

Wenn Eure Macht nicht ſo weit reicht, daß Ihr meinen Vater befreien koͤnnt, ſo will ich bleiben, um ihn zu retten, oder mit ihm zu ſterben. Sie ant⸗ wortete nicht, ihr Begleiter aber ſagte mit hohler Stimme, die ganz ſeinem Aeußeren entſprach:

Junger Menſch, ſchweig und folge meinem Rathe, dieß iſt das einzige Mittel, die Freiheit und das Le⸗ ben Deines Vaters zu ſichern.«

Sie ſtiegen nun die Treppe hinauf, Anna voran. Arthur, der ihr folgte, konnte ſich des Gedankens nicht enthalten, von der leichten Geſtalt, die ihm voranſchwebte, gehe ein Theil des Lichtes aus, das die Fackel auf ihr weißes Gewand ſtrahlte. Doch blieb ihm nur kurze Zeit, uͤber ihre Erſcheinung und ihr Benehmen zu gruͤbeln, denn ſie eilte ſo ſchnell die Wendeltreppe hinan, daß ihr Arthur nicht auf dem Fuße folgen konnte, und als er oben ankam, ſah er

ſie nicht mehr. Ob ſie wunderbar verſchwunden, oder in einen andern Gang getreten war, konnte er nicht⸗ entſcheiden.«