6 113 „»Bei der heiligen Jungfrau, das iſt ein vernünftig Wort,“ rief der Landamman,„doch ſey ruhig, Anna, du ſollſt bei der nächſten Schafſchur eine Halsſchnur von Agat erhalten, wenn wir die Wolle gut verkaufen.“
. VII.
Schlaͤgſt Du die Hand aus, die Dir Frieden bent,
Verdienſt Du jeglich Ungemach des Krieges;
Und wenn Du Freundſchaft kalt zuruͤckgewieſen,
Haſt Du als Feind des Friedens Dich bewieſen.
Taſſo.
Das Vertrauen zwiſchen dem Landammann und Philipſon ſchien in der kurzen Zeit bis zu ihrer Ab⸗ reiſe an den Hof Karls von Burgund immer mehr zu ſteigen. Von dem Zuſtand Europa's uͤberhaupt und dem des Schweizerlandes war bereits die Rede, um aber unſere Geſchichte verſtaͤndlicher zu machen, wird ein kurzer Abriß hier an ſeiner Stelle ſeyn.
Waͤhrend der Woche, welche die Reiſenden bei'm Landammann zubrachten, wurden mehrere Bundes⸗ verſammlungen der Staͤdte und Waldcantone gehal⸗ ten. Die erſteren, unzufrieden mit den von dem Her⸗ zog von Burgund und auf ihren Handel gelegten Steuern, welche durch die Gewaltthaten der zu Ein⸗ treibung derſelben aufgeſtellten Beamten noch druͤ⸗ ckender wurden, verlangten den Krieg, der ihnen bisher immer Sieg und Reichthuͤmer gebracht hatte. Mehrere von ihnen wurden unter der Hand auch von Ludwig XI. aufgeſtiftet, der weder Gold noch Um⸗
triebe ſparte, um einen Bpuch zwiſchen den tapfern Walter Scott's Werke. 1328 Bdchn. 8


