10⁰9 Landammann, ſo wäre wohl der Hügel bei Buttisholz nicht ſo hoch geworden.“
„Better Rudolph,“ verſetzte der Landammann, deſſen Stirne ſich bei dieſen Worten wieder glättete,„ich abe Euch immer für ebenſo edelmüthig gehalten, als Ihr ein Brauſekopf ſeyd, der gerne Streit anfängt, und Ihr, mein Gaſt, könnt darauf zählen, daß, wenn ein Schweizer einmal ſagt, eine Fehde ſey zu Ende, dieſe nicht wieder ſich erneuert: wohlan, gebt Euch die Hände, meine Kinder, und vergeßt den thörichten Streit.«
„Hier meine Hand, wackerer Fremdling,“ ſprach Ru⸗ dolph,„Ihr habt mir eine Lektion im Fechten gegeben, nach dem Frühmahl gehen wir, wenns Euch beliebt,
in den Wald, und dort will ich Euch jagen lehren.“*
Mit der Zutraulichkeit der Jugend nahm Arthur den Vorſchlag an, und auf dem Rückweg nach Hauſe plauderten ſie ſo herzlich über die Jagd, als wären ſte üinmer die beſten Freunde geweſen. 2
„Ich bin immer geneigt,“ fuhr der Landamman fort, die ungeſtümme Hitze unſerer jungen Leute zu verzei⸗ hen, wenn ſie offen und redlich ſich ausſöhnen, und das Herz auf den Lippen haben, wie ein wahrer Schweizer ſoll.“
„Deſſen ungeachtet, ⸗ ſagte Philipſon,„hätten die thörichten Jungen ſchlimme Arbeit liefern können, wenn Ihr nicht ihre Verabredung erfahren und mich mitge⸗ nommen hättet, um ihr Vorhaben zu hindern! Darf ich Euch fragen, wie Ihr Kenntniß davon erhieltet.“*


