Teil eines Werkes 
157. Bändchen = Neue Folge, 7. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 1. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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93³ von Dir zurückzufordern. Er will, daß Du zu ihrer Pflege die Einkünfte des Schloſſes verwendeſt, das Du ihm gewaltſam entriſſen haſt.“

„Schreckenwald,“ entgegnete ich,„ich will mich nicht herablaſſen, Euch zu fragen: ob es meines Bruders Wille war, daß Ihr mich alſo anredet, oder ob es blos Eingebung Eurer Unverſchämtheit iſt; ich will Euch nur ſagen, daß ich, wenn die Verhältniſſe meine Nichte ihres natürlichen Beſchützers beraubt haben, es ihr an nichts fehlen laſſen werde. Die zum Geierſtein gehöri⸗ gen Güter ſind von Staatswegen eingezogen, das Schloß, wie Ihr ſeht, zerſtört worden und Eure Schandthaten ſind Schuld, daß das Haus meiner Väter in dieſem Zuſtande der Verheerung ſich befindet. Aber an dem Ort, wo ich wohne, wird Anna eine Freiſtätte finden, und ich werde ſie behandeln, als wäre ſie meine Toch⸗ ter. Und jetzt, da Ihr Euch Eures Auftrags entledigt habt, geht, wenn Euch das Leben lieb iſt, denn es iſt gefährlich, mit dem Vater zu ſprechen, wenn man ſich die Hände mit des Sohnes Blut beſudelt hat.“

„Lebt wohl, Graf von der Egge und vom Pfluge!“ entgegnete der Unverſchämte,„lebt wohl, edler Kum⸗ pan gemeinen Bürgerpacks.“

Mit dieſen Worten verſchwand er und mit ihm die ſtarke Verſuchung, ſein Blut auf dem Schauplatze ſei⸗ ner Greuelthaten zu vergießen.

„Ich führte meine Nichte in mein Haus und über⸗ zeugte ſie bald, daß ich es redlich mit ihr meinte. Ich gewöhnte ſie, wie wenn ſie meine Tochter geweſen wäre,