Teil eines Werkes 
157. Bändchen = Neue Folge, 7. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 1. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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94 an alle Leibesbewegungen, die in unſern Bergen ge⸗ wöhnlich ſind, und ſie thut es in dieſer Beziehung allen Mädchen der Gegend zuvor. Von Zeit zu Zeit aber ſteht man Funken eines Geiſtes und Muthes, verbunden mit einem Zartgefühl, bei ihr hervorſprühen, die, wie ich geſtehen muß, bei den ſchlichten Bewohnern dieſer wilden Berge nicht getroffen werden, und eine edlere Abkunft, eine feinere Erziehung verrathen. Dieſe Ei⸗ genſchaften ſind ſo glücklich mit Einfalt und Herzens⸗ güte vereinigt, daß Anna mit Recht für die Zierde des

Cantons gilt, und ich zweifle nicht, daß, wenn ſie einen

threr würdigen Gatten wählen wollte, ihr ein beträcht⸗ licher Theil der Güter, die ihrem Bater gehört haben, als Mitgift herausgegeben würde; denn es iſt bei uns nicht Sitte, die Kinder für die Vergehen ihrer Eltern büßen zu laßſen.

»Ich habe Grund, warf der Engländer ein,meine Stimme mit denen zu vereinigen, die Eure ſchöne Nichte loben, und ich kann mir denken, daß es Euer Wunſch iſt, ſie möchte eine Heirath ſchließen, wie ihre Geburt und ihre Ausſichten ſie erheiſchen.

Oft ſchon hat dieſer Gedanke mich beſchäftigt; der junge Rudolph von Donnerhügel iſt ein wackerer Mann und ſteht bei ſeinen Mitbürgern in Achtung, allein er iſt zu ehrgeizig, als daß ich wünſchen könnte, meine Nichte möchte ihn zum Lebensgefährten erwählen. Mebri⸗ gens werde ich aller Sorge in dieſer Beziehung wahr⸗ ſcheinlich auf eine unangenehme Weiſe enthoben; deun mein Bruder, der ſieben Jahre lang Annen vergeſſen