Teil eines Werkes 
157. Bändchen = Neue Folge, 7. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 1. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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„Ich kenne Niemanden, der ein größeres Recht hätte, dieſen Namen zu führen,“ ſprach der Engländer, und ich muß geſtehen, daß ich eine Handlungsweiſe lobens⸗ würdig finde, die ich nachzuahmen nicht die Kraft hätte, doch fahret in der Geſchichte Eurer Familie fort, wenn Euch das Weiter⸗Erzählen nicht läſtig iſt.“

„Ich habe nur noch Weniges beizufügen. Mein Vater ſtarb kurze Zeit darauf, nachdem er ſeine An⸗ gelegenheiten geordnet hatte. Mein Bruder hatte noch andere Beſitzungen in Schwaben und Weſtphalen und kam daher ſelten auf das Schloß ſeiner Väter, auf dem er einen Vogt beſtellte, welcher ſich den Vaſallen meiner Familie ſo verhaßt machte, daß man ihn, hätte ihn nicht meine Nähe geſchützt, aus ſeinem Geyerneſte geriſſen und ohne Umſtände gleich einem dieſer Raub⸗ vögel behandelt hätte. Die Wahrheit zu ſagen, ſchaff⸗ ten die Beſuche, die mein Bruder von Zeit zu Zeit auf dem Geyerſtein machte, ſeinen Baſallen wenig Er⸗ leichterung und er erwarb ſich daher auch ihre Zunei⸗ gung nicht. Er ſah und hörte nur durch die Augen und Ohren ſeines, eben ſo eigennützigen, als grauſamen Vogts, Ital Schreckenwald. Meinen Rath und meine Vorſtellungen hörte er nicht einmal an, und ob er mir gleich immer eine kreundliche Miene zeigte, ſo glaube ich doch, daß er mich immer für einen ungebildeten Bauern ohne Seelenadel hielt, der ſeine hohe Geburt entehrt habe, um ſich gemeinen Neigungen hinzugeben. Bei jeder Gelegenheit ſprach er ſeine Verachtung gegen die Vorurtheile ſeiner Landsleute aus, und beſonders