Teil eines Werkes 
157. Bändchen = Neue Folge, 7. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 1. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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„Ihr meynt wohl, weil ich, wie die andern Hirten dieſes Landes lebe, ein graues Kleid trage, zu dem die Wolle in meinem Hauſe geſponnen wurde, und ſelbſt den Pflug führe, könne ich nicht von einem alten edlen Geſchlechte ſtammen? Man findet in der Schweiz viele Landleute von edler Abkunft, und es giebt keinen älteren Adel, als der iſt, von dem man in meinem Geburts⸗ lande noch Ueberreſte findet; aber ſie haben freiwillig allem drückenden ihrer lehensherrlichen Gewalt entſagt, und werden nicht mehr als Wölfe unter einer Heerde, ſondern als treue Hunde geachtet, die zur Zeit des Frie⸗ dens über ſie wachen, und bereit ſind, ſie zu vertheidigen, wenn ein Angriff droht.“

»Allein, ſprach der Engländer, der ſich noch nicht au den Gedanken gewöhnen konnte, daß ſein Wirth, an dem er nichts bemerkte, wodurch er ſich von einem ſchlich⸗ ten Landmann unterſchieden hätte, von hoher Geburt ſeyn ſollte;„Ihr führt ja den Namen Eurer Ahnen nicht; ſie heißen, ſagt Ihr: Grafen von Geyerſtein und Ihr?“ „Arnold Biedermann, Euch zu dienen; aber wißt, wenn Euch das Vergnügen macht, und mich in Euren Augen höher ſtellt, daß ich nur den alten Helm, den Ihr geſehen habt, aufzuſetzen, oder, ohne mir ſo viele Mühe zu machen, eine Falkenfeder auf meine Mütze zu ſtecken brauche, um mich Arnold, Grafen von Geyer⸗ ſtein nennen zu können, ohne daß mich einer deſſen Lü⸗ gen ſtrafen dürfte; würde es ſich indeſſen ſchicken, daß der Herr Graf ſeine Heerde auf die Weide treibe, und könnte der hochgeborne, mächtige Herr von Eeyerſtein.

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