82 „Ich ſehe auf einem Steine des Thurmes hier einen
Geyer auf einem Felſen eingegraben, wahrſcheinlich
der ſinnbildliche Ausdruck des Namens Geyerſtein.“
„Ja, es iſt das alte Wappen der Familie und be⸗ deutet, wie ihr ſagt, den Namen des Schloſſes, wel⸗ chen auch die Ritter führten, die es ſo lange bewohn⸗ teu.«
„In dem Speiſeſaale habe ich einen Helm mit dem⸗ ſelben Schmucke bemerkt. Ohne Zweifel iſt es ein Zei⸗ chen der Erinnerung an einen von den Schweizer⸗Land⸗ leuten über die Herrn von Geyerſtein errungenen Sieg, wie Ihr den engliſchen Bogen zum Andenken au die Schlacht bei Buttisholz aufbewahrt.“ 1
„Ich kann mir denken, werther Herr, daß Ihr bei den Vorurtheilen, die Ihr durch Eure Erziehung ein⸗ geſogen habt, dieſen zweiten Sieg in eben ſo ungünſti⸗ gem Lichte betrachten würdet, als den Erſten. Es iſt doch ſonderbar, daß die Achtung vor höherem Rauge, ſelbſt bei ſolchen, die keinen Anſpruch daran haben, ſo tief gewurzelt iſt. Doch klärt Enre Stirne auf, ge⸗ ehrter Gaſt, und ſeyd verſichert, daß zwar mauches Schloß von ſtolzen Baronen durch die gerechte Sache des Volks geplündert und zerſtört wurde, als die Schweiz das Joch der Lehensherrſchaft abſchüttelte, daß aber der Geyerſtein dieſes Schickſal nicht theilte. Das Blut der alten Burgherrn rollt noch in den Adern ih⸗ res Enkels, dem die Herrſchaft gehört.“
„Was wollt Ihr damit ſagen, ſeyd nicht Ihr der Be⸗ ſitzer?


