Teil eines Werkes 
157. Bändchen = Neue Folge, 7. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 1. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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84 ohne ſeiner Würde etwas zu vergeben, ſeine Felder be⸗ ſäen und erndten? Dieſe Fragen müßten zuvor ent⸗ ſchieden ſeyn; ich ſehe, Ihr ſeyd erſtauut, mich entar⸗ tet zu finden, und ich will Euch daher kurz die Lage meiner Familie mittheilen.

„Meine hohen mächtigen Ahnen beſaßen die Herr⸗ ſchaft Geyerſtein, die zu jener Zeit ſehr ausgedehnt war, und haußten hier, wie andere Lehensherrn, d. h. ſie ſchützten manchmal ihre Vaſallen, waren aber noch öfter ihre Unterdrücker. Mein Großvater, Heinrich von Geyerſtein, ſchloß ſich nicht nur den Eidgenoſſen an, um den Enguerrand von Couci zurückzuſchlagen, wie ich Euch ſchon geſagt, ſondern als der Krieg mit Oe⸗ ſterreich wieder ausbrach und viele Edle zum Heere des Kaiſers Leopold ſtießen, kämpfte er in den erſten Reihen des Bundes und trug durch ſeine Tapferkeit und Erfahrung Vieles zu dem entſcheidenden Siege bei Sempach bei, wo Leopold das Leben verlor und mit ihm die Blüthe der öſterreichiſchen Ritterſchaft fiel. Mein Vater, der Graf Willibald, that es ihm nach, aus Neigung, wie aus Klugheit. Er verband ſich enge mit Unterwalden und zeichnete ſich ſo ſehr aus, daß er zum Landammann erwählt wurde. Er hatte zwei Söhne, ich bin der Aeltere, der zweite heißt Albert. Weil er ſich mit einer doppelten Würde bekleidet glaubte, ſo wünſchte er,— was wohl nicht ſehr weiſe war, wenn ich mir erlauben darf, die Abſicht eines Vaters, der nicht mehr iſt, zu tadeln,— daß einer ſeiner Söhne ihm in der Herrſchaft Geyerſtein folgte, der andere den