3 8 denen waͤhrend des Kriegs der Oberbefehl uͤber die Schaaren des Freiſtaats anvertraut war, pflegten wie⸗ der zum Hirtenſtabe zu greifen, wenn die Waffen ruhten: wie die roͤmiſchen Feldherrn traten ſie in die Reihen ihrer Mitbuͤrger zuruͤck, und waren ihnen wieder voͤllig gleich, wenn ſie von der Stufe herab⸗ ſtiegen, auf welche ihre ausgezeichneten Talente und die Stimme des Vaterlands ſie erhoben hatten.
Dieſe Cantone nun ſind der Schauplatz unſerer Geſchichte, welche mit dem Herbſt des Jahres 1474 beginnt.
Zwei Reiſende, vom denen der eine laͤngſt uͤber den Fruͤhling des Lebens hinaus war, der andere 22 bis 25 Jahre haben mochte, hatten die Nacht in Luzern, der Hauptſtadt des Cantons gleichen Na⸗ mens, zugebracht, die aͤuſſerſt maleriſch am Vierwald⸗ ſtaͤdterſee liegt. Tracht und Benehmen ließen Han⸗ delsleute erſten Ranges in ihnen vermuthen, und waͤhrend ſie zu Fuß gingen, eine Art zu reiſen, welche die Beſchaffenheit des Landes als die bequemſte dar⸗ ſtellte, beg leitete ſie ein ruͤſtiger Burſche von der Seite der Alpen, welche gegen Italien hinliegt, mit einem Saumthiere, auf das er ſich zuweilen ſetzte, das er aber meiſtens am Zuͤgel nach ſich fuͤhrte.
Die Reiſenden waren Leute von gutem Ausſehen, wie man ſie nicht fehr haͤufig trifft, und ſchienen durch nahe Verwandtſchaft mit einander verbunden. Wahr⸗
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ſcheinlich waren ſis Vater und Sohn, denn in der


