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— 7 ter, die unter ihren Vaſallen auf den Alpen Empoͤ⸗ rungen daͤmpfen wollten, mehrere blutige Niederla⸗ gen erlitten hatten, ungeachtet in Zahl, Kriegszucht und Bewaffnung der Vortheil auf ihrer Seite war. Man ſtaunte, daß die Reiterei, der Kern der damali⸗ gen Heere, durch Fußgaͤnger in Unordnung gebracht, und Krieger, ganz in Stahl gewappnet, von Maͤn⸗ nern geſchlagen worden, die keine Schutzruͤſtung trugen, und zum Angriffe nur unregelmaͤßig mit Pi⸗ ken, Hellebarden und Knitteln bewaffnet waren. Haupt⸗ ſaͤchlich aber galt es gleichſam fuͤr ein Wunder, daß Ritter und Edle von Landleuten und Hirten uͤber⸗ wunden worden. Aber die wiederholten Siege, welche die Schweizer bei Laupen, bei Sempach und auf an⸗ dern weniger bekannten Schlachtfeldern erfochten, wie⸗ ſen deutlich darauf hin, daß in den Gauen Helvetiens ein neuer Grundſatz buͤrgerlicher Verfaſſung und krie⸗ geriſcher Bewegungen in's Leben getreten war.
So ſehr indeſſen die entſcheidenden Siege, welche
die Freiheit der Schweizer⸗Cantone ſicherten, ſowie
die Entſchloſſenheit und Klugheit, womit die Glieder dieſer Verbuͤndung ſich gegen die gewaltigen Anſtren⸗ gungen Oeſtreichs behaupteten, ihren Ruhm in allen angrenzenden Laͤndern verbreitet hatten, und ſo innig ſie ſich der durch jene Siege gewonnenen Staͤrke be⸗ wußt waren, ſo behielten ſie dennoch bis zur Mitte des fuͤnfzehnten Jahrhunderts und ſelbſt noch laͤnger, groͤßtentheils die Weisheit, Maͤßigung und Einfalt ihrer althergebrachten Sitten bei. Selbſt diejenigen,


