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kleinen Herberge, wo ſie die vorige Nacht zubrachten, hatte die große Ehrerbietung des Juͤngeren gegen den Aeltexen die Aufmerkſamkeit der Eingebornen erregt, die, wie alle fern von der Welt Lebenden, um ſo neu⸗ gieriger waren, je weniger ſie Mittel beſaßen, ihre Begierde zu befriedigen. Sie bemerkten gleichfalls, daß die Fremden, unter dem Vorwande, daß ſie Eile haben, ſich weigerten, ihre Ballen zu oͤffnen und mit den Luzernern in Handel zu treten, wobei ſie uͤber⸗ dieß aͤuſſerten, ſie fuͤhren keine Waaren bei ſich, die ihnen genehm waͤren. Die Frauen der Stadt wa⸗ ren mit der Zuruͤckhaltung der fremden Handelsleute um ſo weniger zufrieden, als man ihnen zu verſte⸗ hen gegeben hatte, der wahre Grund davon ſey der, daß ihre Waaren zu koſtbar waͤren, als daß ſie in dieſen Bergen Kaͤufer faͤnden; denn durch die Ge⸗ ſchwaͤtzigkeit ihres Begleiters hatte verlautet, daß ſie in Venedig geweſen, und dort viele koſtbare Waaren, die von Indien und Egypten gekommen, aufgekauft haben. Die Schweizer Schoͤnen hatten ſeit Kurzem die Entdeckung gemacht, daß die reichen Stoffe und koſtbaren Steine huͤbſch anzuſchauen ſeyen, und, ob⸗ gleich ohne Hoffnung, ſich ſolchen Schmuck verſchaffen zu koͤnnen, empfanden ſie doch das ſehr natuͤrliche Verlangen, den reichen Waarenvorrath zu ſehen und die ſeltenen Sachen zu befuͤhlen, und um ſo groͤßer war nun ihr Mißvergnuͤgen, daß ihnen dieſer Genuß nicht zu Theil wurde.
Auſſerdem war aufgefallen, daß die Fremden, ob


