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der linken Hand tragend. Das Geſpenſt erſcheint im⸗ mer in tiefer Trauer. Manchmal ſcheint es die Rei⸗ ſenden anzufallen, aber wenn ſie muthig widerſtehen, flieht es immer. Dieſe Sagen beruhen auf zwei Punc⸗ ten ſeiner Geſchichte— ſeiner erwieſenen Furchtſamkeit und ſeinem Selbſtmord; beides beiſpiellos in der Ge⸗ ſchichte eines hochländiſchen Häuptlings.
Als Simon Glover, nachdem er geſehen hatte, daß ſein Freund Heinrich in ſeinem eigenen Hauſe in der Curfew Straße gehörig gepflegt wurde, am Abend zu Campſie Place ankam, fand er ſeine Tochter ſehr ſteber⸗ krank in Folge der Vorfälle, deren Augenzeugin ſie ſeit Kurzem gewefen war, und beſonders des unglücklichen Unterganges ihres Jugendfreundes. Die Liebe der Sän⸗ gerin gab ihr eine aufmerkſame, zärkliche Wärterin, ſo daß Glover ſagte, es ſollte nicht ſeine Schuld ſeyn, wenn ſie nie wieder eine Laute berührte, als zu ihrem eigenen Vergnügen.
Es verging einige Zeit, ehe der Handſchuhmacher⸗
ſeiner Tochter von Heinrichs letzten Thaten und ſeinen Wunden zu ſagen wagte, und er brauchte gut den vor⸗ theilhaften Umſtand, daß ihr treuer Liebhaber Ehre und Geld ausſchlug, um kein eigentlicher Krieger in Douglas Gefolge zu werden. Catharine ſeufzte tief, und ſchüttelte den Kopf bei der Geſchichte des blutigen Palmſonntages auf dem Rorth Inch. Aber ſie hatte jetzt bedacht, daß man nicht leicht in Civiliſation und Verfeinerung über die Ideen ſeines Zeitalters ſteigt, und daß ein ſtarker, überſtrömender Muth, wie Hein⸗ rich Smiths, in den eiſernen Zeiten, worin ſie lebten, der Feigheit vorzuziehen ſey, die Conachars Tod her⸗ beigeführt hatte. Hatte ſie noch einige Zweifel, ſo wurden ſie durch Heinrichs Erklärungen, ſobald er ge⸗ nug hergeſtellt war, um ſeine Sache ſelbſt zu ſühren
weggeräumt.


