121 ter ſehen, ohne ſich zu ſchließen. Aber ſeht— dort feht hin, ſchoͤne Catharine, ſeht! dieſer fliegende Bote bringt gewiß Nachricht vom Kampfe.“
„Mich duͤnkt, ich kenne den wilden Renner,“ ſagte Catharine,—„aber wenn es der iſt, den ich meine, ſo verfolgen ihn ſeltſame Gedanken.“
Waͤhrend ſie ſprach, wandte der Eilende ſeinen Lauf nach dem Garten. Louiſens Huͤndchen ſprang ihm wuͤthend und bellend entgegen, kam aber gleich zu⸗ ruͤck, um ſich heulend hinter ſsiner Gebieterin zu verkriechen, denn ſelbſt ſtumme Thiere fuͤhlen es, wenn Menſchen von der wuͤthenden Kraft unwider⸗ ſtehlicher Leidenſchaft getrieben ſind, und fuͤrchten ſich, ihrem Laufe zu begegnen. Der Fluchtling ſruͤrzte in raſtloſer Eile in den Garten. Sein Kopf war un⸗ bedeckt, ſein Haar flatterte, ſein reicher Mantel und alle andern Kleider ſchienen vor Kurzem durchnaͤßt worden zu ſeyn. Seine ledernen Halbſtiefel waren zerriſſen und zerfezt, und ſeine Fuͤße bezeichneten den Raſen mit Blut. Sein Geſicht war wild, entſtellt und erhitzt, oder wie der ſchottiſche Ausdruck es be⸗ zeichnet, ſehr erhoben.
„Conachar!“ rief Catharine aus, als er vorwaͤrts eilte und nicht zu ſehen ſchien, was dor ihm war, wie man von Haſen ſagt, die von den Jagdhunden heftig verfolgt werden. Aber er ſtand ploͤtzlich ſtill, als er ſeinen Namen hoͤrte.
„Conachar“— ſagte Catharine—„oder vielmehr Eachin Mac Jan— was ſoll das? Hat der Clan Quhele eine Niederlage erlitten?“
„Ich habe die Namen gefuͤhrt, die dieſes Maͤd⸗ chen mir gibt,“ ſagte der Entflohene, nach kurzem Bedenken,„ja, ich hieß Conachar, als ich gluͤcklich, und Eachin, als ich maͤchtig war. Aber jetzt hab' ich keinen Namen, und es gibt keinen ſolchen Clan, wie


