120 ſellſchaftgdieſer gebornen Edelfrauen zu entgehen, die
le eine Bürgerstochter und reiſende Saͤngerin fuͤr
echte Geſellſchaft hielten, und ſie gern weggehen ſahen, um in der Naͤhe des Kloſters zu luſtwandeln. Ein kleiner Garten mit ſeinen Gebuſchen und Frucht⸗ baͤumen erſtreckte ſich von einer Seite des Kloſters bis an den Abſturz, von dem er nur durch eine kleine Mauer getrennt war, die auf dem Rande des Felſens ſo niedrig ſtand, daß das Auge die Hoͤhe der K ippen wohl meſſen und die kaͤmpfenden Waſſer betraͤchten kente⸗ die uͤber die Felſen ſchaͤumten, drangen und tobten.—
Das ſchoͤne Maͤdchen von Perth und ihre Geſpielin wandelten langſam einen Pfad hin, der der Bruſt⸗ wehr entlang lief und betrachteten die romantiſche Ausſicht, indem ſie davon ſprachen, was dieſe ſeyn muͤßte, wenn der Sommer die Baͤume mit Laub be⸗ kleidete. Sie ſahen einige Zeit in tiefem Stillſchwei⸗ gen hinaus. Endlich erhob ſich der freie und kuͤhne Geiſt der Saͤngerin uͤber die vergangenen und jetzi⸗ gen Umſtaͤnde..
„Laſten die Schauer von Falkland, ſchoͤnes Maͤdchen, noch immer auf Deinen Schwingen? Suche ſie zu vergeſſen, wie ich; wir koͤnnen nicht leicht des Lebens⸗ Pfade wandeln, wenn wir nicht die fallenden Regen⸗ tropfen vom Mantel ſchuͤtteln.“
„»Dieſe Schauer ſind unvergeßlich,“ erwiederte Ca⸗. tharine.„Aber mein Geiſt noch aͤngſtlich um meinen Vater, und ich denke daran, wie mancher tapfere Mann jetzt eben nur ſechs Meilen oder wenig weiter von uns, das Leben vexrlaſſen mag.“
„Ihr meinet den Kampf der Sechzig, von dem uns die Douglas'ſchen Reiter ſagten? Das waͤre ein Anblick fuͤr einen Saͤnger. Aber uͤber meine weibi⸗ ſchen Augen!— ſie koͤnnten keine gekrenzten Schwer⸗


