10³ „Widerſteht nur noch einige Minnten dem Zauber!
Seyd gutes Muths, ihr werdet ohne Narbe und Ritze, ohne Wunde und Schaden davonkommen, habt Muth!“ „Wie kann ich gutes Muths ſeyn,“ erwiederte Eachin, „da meine tapfern Verwandten einer nach dem andern zu meinen Füßen ſterben?— alle für mich ſterben, der ihre Liebe nicht im geringſten verdienen konnte 14 „Und wozu waren ſte geboren, als für ihren Häupt⸗ ling zu ſterben,“ ſagte Torquil ruhig.„Warum klagſt du, daß der Pfeil nicht wieder in den Köcher zurück⸗ kehrt, wenn er das Ziel trifft? Faſſe Muth,— Tor⸗ mot und ich ſind nur weuig beſchädigt, während die wilden Katzen ſich herumſchleppen, als wären ſie von den Dachshunden halb erwürgt— nur Einer ſteht noch wacker, und der Tag iſt unſer, wenn ihr auch allein am Leben bleibet.— Spielleute! den Schlachtgeſang!“ Die Pfeifer blieſen auf beiden Seiten zum Angriff, die Streiter miſchten ſich wieder im Kampf, zwar nicht mit derſelben Kraft, aber mit unverminderter Hart⸗ näckigkeit. Auch die ſtießen zu ihnen, welche neutral hätten bleiben ſollen, und die jetzt nicht mehr im Stande waren, dieß zu thun. Die zwei alten Krieger, welche die Fahnen trugen, waren nach und nach von den äuſ⸗. ſerſten Enden der Schranken vorgerückt, und näherten ſich jetzt dem Boden der Schlacht. Als ſie das Blut⸗ bad näher ſahen, wurden ſie auf beiden Seiten durch das Verlangen getrieben, ihre Brüder zu rächen, oder ſte nicht zu überleben. Sie griffen einander mit den Lauzen, an welche die Fahnen gebunden waren, wüthend au, kamen einander nach einigen tödtlichen Stößen auf den Leib, und wurden handgemein, immer ihre Fahnen tragend, bis ſie endlich in der Hitze des Kampfs zu⸗ ſammen in den Tay ſtürzten, wo ſie nach dem Treffen, jeder den Andern feſt in die Arme drückend, gefunden wurden. Die Wuth des Kampfes, der Wahnſinn ra⸗ ſender Verzweiflung ergriff ſofort die Spielleute. Die
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