100 ſo auf den Leib kam, ſtieß er ihm dieſe Waffe, ſein eigenes Geſchenk, ſeitwärts in den Hals, indem er den Stoß abwärks nach der Bruſt leukte, und rief laut: „Du haſt mich den Stoß gelehrt!“ Aber Heinrich trug ſeinen guten Panzer, der mit einer doppelten Lage gehärteken Stahls bedeckt war. Wäre er ſchlechter geſchützt geweſen, ſeine Kämpfe wären hier für immer zu Ende gegangen. Auch ſo wurde er leicht verwundet.
„Du Narr!? gab er zur Antwort, indem er dem Hochländer mit dem Knauf ſeines Schlachtſchwerts einen Schlag beibrachte, daß dieſer zurücktaumelte.„Du haſt den Stoß gelernt, aber nicht das Ausbeugen;3 ſogleich führte er einen neuen Hieb auf den Gegner, der ihm durch den Helm den Schädel ſpaltete, und ſchritt über den Leichnam dem jungen Häuptling entgegen, der jetzt unbedeckt ſtand. Aber Torquil's helle Stimme don⸗ nerte:„Far eil air son Eachin!“(ein Anderer für Hector) und die zwei Brüder, die dem Chef zur Seite geſtanden waren, ſtürzten ſich auf Heinrich, holten beide zugleich aus und zwaungen ihn, ſich zu vertheidigen. „Vorwärts, Stamm der Tigerkatze!« rief Mac Gillie Chattanach,„rettet den tapfern Sachſen! laßt die Kerls Eure Knöchel fühlen!“
Bereits ſchwer verwundet, eilte der Häuptling ſelbſt dem Waffenſchmied zu Hülfe, und hieb einen der Leib⸗ wache nieder, von denen er angegriffen war. Heinrichs eignes gutes Schwert befreite ihn von dem andern.
„BReist air son Eachin!“(Noch einmal für Hector!) rief der treue Pflegevater.
„Bas air son Eachin!“(Sterbt für Hector!) ant⸗ worteten wieder zwei ſeiner ergebenen Söhne, und ſtell⸗ ten ſich der Wuth des Waffenſchmieds und derer, die ihm zu Hülfe kamen, entgegen; während Eachin, nach dem linken Flügel gewandt, minder furchtbare Gegner ſuchte, und wieder durch einen Aufſchwung von Tapfer⸗ keit die ſinkende Hoffnung ſeiner Schaar belebte. Die


