99 3 Norman⸗nan⸗Ord.„Steht feſt, Ihr ſollt mich den
Zauber brechen ſehen.“ „Ja, ſteht feſt,« erwiederte Torquil,„es muß ein elender Zauberer ſeyn, aber mein eigen Ohr hat gehoͤrt und meine Zunge geſagt, ESachin ſoll geſund, frei, ohne Wunde den Kampf verlaſſen— laßt uns den ſaͤchſiſchen Hexenmeiſter ſehen, der das Luͤgen ſtraft. Er mag ein ſtarker Mann ſeyn, aber der ſchoͤne Eichenwald mag fallen, Stamm und Zweig,*) ehe er einen Finger an meinen Dault legt. Stellt Euch um ihn, meine Soͤhne— Bas air son Eachin!««
Torquihs Soͤhne riefen jubelnd die Worte nach, die ſo viel bedeuten als:„Sterbt ſuͤr Hector!«
Von ihrer Ergebenheit ermuntert, faßte Eachin wieder Muth, und rief keck den Spiellenten zu: „Seid suas,« d. h.„ſpielt auf!
Das wilde Schlachtlied ertoͤnte von Neuem; beide Schaaren naͤherten ſich einander langſamer, als das erſtemal, wie Gegner, die ihre beiderſeitige Tapfer⸗ keit achten. Heinrich von Wynd trat in ſeiner Un⸗ geduld, das Gefecht zu beginnen, vor den Clan Chat⸗. tan, und rief Eachin zum Kampfe; aber Norman ſprang vor, um ſeinen Milchbruder zu decken, und es entſtand eine allgemeine aber kurze Pauſe, als woll⸗ ten beide Partheien den Ausgang dieſes Zweikampfs als Vorbedeutung fuͤr den ganzen Kampf erwarten. Der Hochlaͤnder ruͤckte mit erhobenem Flamberg an, als wollte er eben den Hieb fuͤhren, aber als er eine Schwertlaͤnge noch von ſeinem Gegner entfernt war, warf er die lange, ſchwere Waffe von ſich, ſprang leicht uͤber des Waffenſchmieds Schwert, als dieſer nach ihm hieb, zog ſeinen Dolch, und da er Heinrich
*.) Torquil von der Eiche und ſeine Soͤhne. Anmerk. d. Ueberſetzers.
7


