95 lenen anzuſtimmen ſchienen. Die beiden Partelen machten ſich von einander los, um einige Minuten Athem zu ſchoͤpfen. Die Zuſchauer betrachteten mit Vergnuͤgen die zerriſſenen Ruͤſtungen der Käͤmpfer, als ſie ſich aus dem Kampfe zuruͤckzogen; aber es war ihnen immer noch unmoͤglich, zu entſcheiden, wer den meiſten Verluſt erlitten hatte. Es ſchien, als habe der Clan Chattan weniger Leute verloren, als ſein Gegner; aber dagegen zeigten die blutigen Plaids und Waffenroͤcke ihrer Schaar(denn von beiden Sei⸗ ten hatten meyrcere die Mantel weggeworfen), mehr Verwundete als der Clan Quhele. Uugefaͤhr zwan⸗ zig von beiden Seiten lagen todt oder ſterbend auf dem Felde; abgehauene Arme und Beine, bis auf den Ruͤckarat geſpaltene Koͤpfe, tiefe Hiede durch die Schulter in die Bruſt zeigten auf einmal die Wuth des Kampfes, die Furchtbarkeit der gebrauchten Waffe, und die unſelige Staͤrke der Arme, die ſie fuͤhrten. Der Haͤuptling des Claus Chattan hatte den ent⸗ ſchloſſenſten Muth gezeizt und war leicht verwunder, Auch Eachin hatte, von ſeiner Leibwache umringt, tapfer gefochten. Sein Schwert war blutig; ſein Be⸗ nehmen kuͤhn und kriegeriſch, und er laͤchelte, als der alte Torquil ihn in die Arme ſchloß, und mit Lob und Segnungen uͤberhäufte.
Die beiden Haͤuptlinge zogen, nachdem ſie ihre Leute etwa zehn Minuten hatten Athem ſchoͤpfen laß⸗ ſen, in ihren Linien, die um das Drittheil ihrer Anzahl vermindert waren, wieder einher. Sie waͤhi⸗ ten nun ihre Stellung dem Fluße naͤher als vorhin, da der vorige Kampfplatz mit Todten und Verwun⸗ deten bedeckt war. Einige der letztern ſah man von Zeit zu Zeit ſich erheben, um den Kampf ein wenig zu betrachten, zuruͤckſinken und meiſt an Blutverluſt durch die furchtbaren Wunden ſterben, die der Clay⸗ more ihnen geſchlagen hatte.


