95 men, wie ein wuͤthender Waldſtrom der heranbrau⸗ ſenden Meerfluth begegnet.
Einige Augenblicke waren die erſten Linien, die mit den langen Schwertern aufeinander einhieben, im einzelnen Kampfe begriffen; aber die zweite und dritte Reihe kam, von Haß und Ruhmdurſt getrieben, auf beiden Seiten herbei, draͤngten ſich durch die Zwi⸗ ſchenraͤume, und machte die Scene zu einem laͤrmen⸗ den Chaos, uͤber dem die gewaltigen Schwerter ſtie⸗ gen und ſanken, einige immer blinfend, andere von Blut uͤberſtroͤmt; ſie ſchienen bei der ſeitſamen Schnelle, mit der ſie geſchwungen wurden, eher durch verwi⸗ ckelte Maſchinen in Bewegung geſetzt, als durch Men⸗ ſchenhaͤnde geſchwungen zu werden. Einige der Kaͤm⸗ pfer, die ſich zu ſehr zuſammengedraͤngt hatten, um dieſe großen Waffen zu gebrauchen, hatten bereits zu ihren Dolchen 8 Zufiucht genommen, und ſich be⸗ muͤht, ihren G Gegnern auf den Leib zu kommen. In⸗ deſſen floß eine Menge VBlut, und das Stoͤhnen der Fallenden begann ſich mit dem Geſchrei der Fechten⸗ den zu miſchen, das nach der bei den Hochlaͤndern zu allen Zeiten obwaltenden Sitte kaum ein Geſchrei, ſondern mehr ein gellendes Gekraͤnſch genannt wer⸗ den konnte. Die von den Zuſchauern, deren Aue Han ſolche Blutſcenen am beſten gewoͤhnt waren, wn ten jedoch keinen Vortheil auf irgend einer Seite ent⸗ decken. Der Kampf ſchwankte in der That in ver⸗ ſchiedenen Zwiſchenraͤumen vorwaͤrts und zuruͤck; aber es war nur augenblicklicher Sieg, den die Partei, die ihn gewann, faſt augenblicklich durch eine ahnliche Anſtrengung der andern wieder verlor. Die wilden Toͤne der Pfeifen wurden noch immer unter dem Tu⸗ multe gehoͤrt, und reizten die Wuth der Kaͤmpter.
Auf einmal jedoch, und wie verabredeter Maßen bließen die Tonwerkzeuge zum Ruͤckzug. Es geſchah in traurigen Toͤnen, die ein Klagelied ſuͤr die Gefal⸗


