89 ſind Tapfere genug um mich, denen ich nachahmen, wenn auch nicht gleichen kann.“
Er ſprach dieſe Worte mit einem Stolz, der auf Torquil und vielleicht auf ihn ſelbſt Eindruck machte. „Nun, Gott ſegne ſein edles Herz!« ſagte der Pflegevater zu ſich ſelbſt,„ich wußte doch, der elende Zeuber muͤßte durchbrochen werden, und der feige Geiſt, der ihn beſaß, werde beim Ton der Pfeifen und beim erſten Wallen des Brattach fliehen.«⸗
„Hoͤrt mich, Lord Marſchall!« ſagte der Conne⸗ table.„Der Kampf kann nicht laͤnger verzoͤgert wer⸗ den, denn es geht dem Mittag zu. Laßt dem Haͤupt⸗ ling des Clans Chattan die noch uͤbrige halbe Stunde benutzen, um wo moͤglich einen Stellvertreter des Fluchtigen zu finden; wo nicht, ſo laßt ſie fechten, wie ſie ſtehen.
„Ich bins zufrieden,« entgegnete der Marſchall, „aber da niemand von ſeinem Clan naͤher iſt, als fuͤnfzig Meilen, ſo ſehe ich nicht, wie Mac Gillie Chatanach einen Helfer finden ſoll?⸗⸗
„Das iſt ſeine Sache,« war des Großconnetables Antwort,„aber wenn er hohen Lohn bietet, ſo ſte⸗ hen genug tapfere Maͤnner um die Schranken, die gern ihre Glieder in den erwarteten Kampf ſtecken werden. Ich ſelbſt, erlaubte mir es Rang und Amt, wollte mit Vergnuͤgen unter dieſen wilden Burſchen kämpfen, und es mir zur Ehre rechnen.«
Man theilte dieſen Beſchluß dem Hochlaͤnder mit, und der Haͤuptling des Clan Chattan antwortete: „Ihr habt unparteliſch und edel geurtheilt, Mylords, und ich halte mich fuͤr verpflichtet, Eurer Leitung zu folgen— Ruft alſo Herolde, wenn einer mit dem Clan Chatan die Ehre und den Wechſel des Tages theilen will, ſoll er ſogleich eine Goldkrone erhalten, und die Freiheit haben, bis zum Tode in meinen Reihen zu kaͤmpfeu.“


