Teil eines Werkes 
156. Bändchen = Neue Folge, 6. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 6. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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46 die Ehre gibt, Euch in Perſon zu ſprechen,“ ſagte Ra⸗ morny,„ſelbſt wenn Schottland dem Unglück entgeht, durch ſeinen Tod elend gemacht zu werden.“

„Iſt der Herzog von Rothſay ſo übel?“ fragte Ca⸗ tharine.

„Keine Hülfe, als beim Himmel,“ ſagte Ramorny, aufwärts blickend.

„So möge von da Hülfe tommen, wenn die menſch⸗ liche nichts nützt,“ erwiederte Catharine.

„Amen!“ ſprach Ramorny, mit dem entſchiedenſten Ernſt, während Dwining ein Geſicht annahm, das der Wiederſchein dieſes Gefühls ſeyn ſollte, obgleich es ihm ein ſchmerzlicher Kampf ſchien, ſein höhniſches aber ſtil⸗ les Triumphgelächter zu unterdrücken, das beſonders durch alles Religiöſe erregt wurde.

„Und es ſind Menſchen— ſterbliche Menſchen, keine eingefleiſchte Teufel, die ſo den Himmel anrufen, indeß ſie das Herzblut ihres unglücklichen Herrn tropfenweiſe verzehren!« murmelte Catharine, indeß ihre zwei In⸗ quiſitoren getänſcht hinausgingen—„warum ſchlaft der Donner?— Aber er wird bald rollen, und, o! möge er nicht blos ſtrafen, ſondern auch retten!“

Da die Stunde des Mittagmahls die einzige Zeit war, da Alles im Schloſſe ſich ſonſt beſchäftigte, ſo glaubte Catharine die beſte Gelegenheit zu haben, ſich mit der geringſten Gefahr der Beobachtung an die Mauerritze zu wagen. Während ſie auf die Stunde wartete, bemerkte ſie einige Bewegung im Schloſſe, das ſeit der Einzerkerung des Herzogs von Rothſay