47
ſtill wie das Grab geweſen war. Das Fallgitter wurde niedergelaſſen und aufgezogen, und unter das Krachen der Maſchine miſchte ſich Roſſegetrappel, und Bewaff⸗ nete auf dampfenden und ſchäumenden Pferden ritten ab und zu. Sie ſah auch von ihrem Fenſter, daß alle Bedienten, die ihr in die Augen ſielen, bewaffnet wa⸗ ren. Ob all dieſem klopfte ihr Herz hoch, denn es ließ das Nahen der Hülfe hoffen, und außerdem ließ das Getümmel den kleinen Garten einſamer als je. Endlich kam die Mittagsſtunde; ſie hatte Sorge ge⸗ tragen, unter dem Vorwand ihrer eigenen Bedürfniſſe, denen der Küchenmeiſter gerne zu genügen ſchien, ſich die Speiſeartikel zu verſchaffen, die ſich am leichteſten zu dem unglücklichen Gefangenen bringen ließen. Sie flüſterte, um ihm ihre Gegenwart kund zu thun.— Keine Antwont.— Sie ſprach lauter, aber Alles ſchwieg. „Er ſchläft,“— murmelte ſie halblaut und mit einem Schauder, dem ein Zuſammenfahren und ein Schrei ffolgte, hörte ſie eine Stimme hinter ſich antworten:
„Ja, er ſchläft— aber für immer.“
Sie ſah um ſich— Sir John Ramorny ttand i in voller Rüſtung, aber mit aufgeſchlagenem Helmviſier und einem Geſichte hinter ihr, das mehr einem Manne
glich, der zu ſterben, als der zu kämpfen im Begriffe
iſt. Er ſprach mit ernſtem Tone, der zwiſchen dem des ruhigen Beobachters einer merkwürdigen Begebenheit, und dem des thätigen Theilnehmers an ihr, mitten inne lag.
»Catharine,“ ſagte er,„es iſt Alles wahr, was ich


